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Texte & 
Gedanken

animiertes Logo Spektrum Farbenspiel

Die Welt anders wahrzunehmen als die Mehrheit, war in meinem Leben seit jeher ein sehr präsentes Gefühl. Auch wenn dieses Gefühl erst vor wenigen Jahren einen Namen in Form einer Diagnose bekam, begleitet mich mein Schreiben schon viel länger. Worte geben meiner Welt Form, ein Gefäss – und vor allem eine für mich fassbare Struktur. 

Ich fühlte meine Welt stets in Bildern, nicht in gesprochener Sprache. Eine Empfindung, die viele im Spektrum teilen. Mein persönlicher Weg, mich auszudrücken, fand ich über Bilder in Form von Worten. Und diese geschriebenen Bilder sollen hier ihren Platz finden. 

All diese Texte eint, dass sie aus einer neurodivergenten Perspektive geschrieben wurden. Und so sehr meine Wahrnehmung vielleicht manchmal von der, der anderen abweicht, so sehr glaube ich daran, dass sich sehr viele Menschen auch in meinen Bildern wiederfinden. Im Spektrum meines Farbenspiels.

Kindheit im Spektrum​

Die Macht der Sprache
 

Als ich dich kennenlernte, in diesem Kindergarten irgendwo in der Agglomeration, sprachst du ein paar wenige Worte. Viel zu wenig für dein Alter, sagten sie. Sie glaubten nicht wirklich, dass da noch mehr kommen wird. Zu viel Zeit ohne sichtbare Entwicklung. Wir lernten uns kennen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Wir begannen zu sprechen. In unserer eigenen Sprache. Weit weg davon, wie sich die anderen um uns herum unterhielten. Und doch: wir verstanden uns. Wir lachten zusammen, wir stritten uns, wir freuten uns gemeinsam. Es begann ein Uns zu entstehen. Ein Dich und ein Mich. Und über das, was andere als sinnlos abtun, fanden wir zueinander. Über das Echo der Sprache. Durch den Widerhall des Uns. Über Echolalien. Kleine, grosse, lange kurze, leise, laute, aktuelle, verzögerte und alles dazwischen. Wir freuten uns gemeinsam über jedes Wort. Ignorierten die irritierten Blicke, die man uns zuwarf. Denn: die anderen, die verstehen das nicht. Verstehen unsere Sprache nicht. Jede Echolalie ergab mehr Uns. Mehr Dich und mehr Mich. Auch wenn du das ständig verwechselste. Oder vielleicht eben auch nicht. Weil es für dich nur ein Uns gab. Nur eine der vielen Weisheiten, die ich von dir lernen durfte. Ich zielte nie auf etwas ab. Bewusst nicht. Ich nahm entgegen, was du mir zeigtest. Wer du warst. Bis zu diesem Tag, der sich so tief in mein Herz einkerbte, dass ich ihn nie vergessen werde. Wir sassen da und assen gemeinsam. Du wolltest dein Essen mit mir teilen, so wie immer. Botest mir deine Heidelbeeren an und ich sagte: «Eins für dich, eins für mich.» Du strahltest mich an und echolaliertest: «Für mich.» Aber irgendetwas war anders an diesem Tag. Du schautest die Beere an, die zwischen deinen Fingern lag. Schautest sie an, dann mich, wieder sie und dann wieder mich. Deine Augen begannen sich zu weiten, dein ganzer Körper begann zu vibrieren. Du schautest mir in die Augen und sagtest zum allerersten Mal: «Ich!» Du sagtest es nicht. Du schriest. Ohrenbetäubend. Und sprangst auf. Dein Stuhl kippte nach hinten, fiel mit lautem Krachen um. Alle Köpfe ringsherum drehten sich um. Zu uns. Denn du, das war allen in diesem Moment auf unbeschreibliche Art und Weise klar, du hattest in diesem Augenblick dein Ich gefunden. Während mir Tränen über die Wangen liefen, kullerten deine Beeren über den Tisch. Es gab ein Dich, es gab ein Mich, es gab ein Uns. Und nun sprachst du aus, was schon seit Anbeginn in dir lag und was ich vom ersten Tag an sah. Dein Ich. In seiner ganzen Schönheit. Dein Startpunkt, um dir diese Welt mit deiner Sprache zu erobern. Naemi Baptista, November 2024

Gefühlsspektrum

Im Dazwischen
 

Es gibt ein Ich. Es gibt ein Du. Aber zwischen dir und mir, da gibt es mehr. Du bist du, ich bin ich. Aber im Dazwischen, da beginnt etwas zu entstehen. Etwas, das nur im Raum des Uns entstehen kann. Ein Zwischenraum. Etwas, das die Dualität zur Trinität werden lässt. Ein Dazwischen. Etwas drittes, das nur durch zwei Menschen entstehen kann. Es zwangsläufig und unabdingbar immer tut und sich nie verhindern lässt. Gibt es ein Ich? Gibt es ein Du? Oder gibt es irgendwann nur noch ein Uns? Und wenn es nur noch ein Uns gibt: wo bleiben wir dann als ich und du? Verschwinden wir? Oder werden wir ganz? Verlieren wir etwas? Oder gewinnen wir dazu? Bleibt unser altes Ich? Oder gibt es nur noch ein neues Uns? Und wie lebt es sich in einer solchen Dreiecksbeziehung? Ist dieser Zwischenraum, dieses Dazwischen die Bewährungsprobe zur Prüfung unserer emotionalen Fähigkeiten? Lässt sich daran messen und erkennen, ob wir bereit und fähig sind, auszuhalten? Auszuhalten, was für Spannungsfelder menschliche Beziehungen in sich tragen? Sie zu halten. Ambiguitäten. Widersprüche. Gefühle, so klein und zart wie eine Schneeflocke, aber auch so gross und donnernd wie ein Felsgestein. Erkannt zu werden, sich erkennen zu lassen. In all der eigenen Schönheit, aber eben auch in all der eigenen Hässlichkeit. In seinem Schmerz und in seinem Glück. Zu halten und zu verbinden von allem, was sich in diesem Raum eben zeigt. Im Dazwischen. Naemi Baptista, Oktober 2024

Perspektiven neurodivergenter Elternschaft

Distanz
 

Autismus schafft Distanz. Manchmal mehr als uns lieb ist. Die Realität von Freunden mit gleichaltrigen Kindern, die weit weg von unserer ist. Die Realität von Lehrern und ihrer Vorstellung von den üblichen Familiensystemen, mit denen wir nicht dienen können. Die Realität der Verwandten, die bei Treffen über Reisen und Neuanschaffungen plaudern. All das ist unserer Realität so fern. Wird man Eltern nimmt man an, dass nur die ersten paar Jahre hart sein werden. Doch Stück für Stück stellt sich immer mehr die Ahnung ein, dass die erwartete Leichtigkeit so nicht zurückkehren wird. Weil sich unser Alltag so anders anfühlt. Weil unsere Belastung weit über das hinausgeht, was man sich vorstellen kann. Und dann ist sie da: die Diagnose Autismusspektrumsstörung. Und mit ihr die Gewissheit, dass sich die Beziehung zu vielen unserer bisherigen Weggefährten nicht nur im Moment anders definiert. Dass man sich nicht nur von der bisherigen Vorstellung von Leichtigkeit verabschieden muss, sondern auch vom Zugehörigkeitsgefühl. Elternschaft im Spektrum ist oft einsam. Nähe und Distanz müssen neu definiert werden. Das Eingebettet sein im sozialen Konstrukt muss man ein Stück weit ziehen lassen. Und ich beginne eine Maske zu tragen. Eine die immer besser sitzt (rw). Damit meine Aussenwelt meiner Innenwelt fern bleibt. Denn es gibt nur etwas was für mich noch schlimmer ist als diese andauernde und einsame Belastung als pflegendes Elternteil. Es ist der Moment, wenn mein Gegenüber meine Realität in vollem Umfang erkennt. Und sich bei ihm Trauer mit Distanz zu mischen beginnt. Noch mehr Distanz. Distanz misst die Strecke zwischen einem Anfangs- und einem Endpunkt. Solange nur ich mich distanziere, besteht die Hoffnung, dass am Ausgangspunkt ein Land der Zugehörigkeit ist, in das ich zurückkehren kann. Weil es noch am gleichen Platz ist und nur ich mich entfernt habe. Und für diese Hoffnung auf das verheissene Land setze ich Tag für Tag meine Maske auf. Um mir wenigstens diese Möglichkeit offen zu halten. Naemi Baptista, September 2023

Lernen im Spektrum

Ich gehe zur Schule
 

Erziehen, lehren, beibringen. Das ist es, an was die Menschen denken, wenn ich ihnen erzähle, dass ich an einer Schule arbeite. Doch je länger ich Zeit mit Kindern verbringe, desto mehr erkenne ich, dass nicht ich es bin, die den Kindern etwas beibringt. Ich kann ihnen von dieser Welt erzählen, davon was ich bisher über sie weiss. Darüber, was ich während des Weges gelernt habe, der noch unberührt vor ihnen liegt. Aber lehren? Nein, das tue ich nicht. Ich gehe zur Schule. Jeden Tag. Und lerne. Von den Kindern. Sie lehren mich jeden Tag so vieles. Dinge, die ich längst vergessen hatte. Dinge, die ich nie lernte. Dinge, die mir nie begegnet sind. Dinge, die mir bisher verschlossen blieben. Sie lehren mich, dass man alles Wissen dieser Welt besitzen kann und trotzdem keine Ahnung hat. Sie lehren mich, dass der Moment im Jetzt wertvoller sein kann, als all die Jahre voller Geschichten, die wir in uns tragen. Sie lehren mich, wie wertvoll Neugier ohne Vorbehalte sein kann. So sehr mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, wie es nur irgend möglich ist. Sie lehren mich, sich jeden Tag neu ein offenes Herz zu bewahren. Nicht zurück oder nach vorne zu schauen. Nur im Moment zu lieben, zu hassen, zu umarmen, wegzustossen, sich zu freuen und zu betrauern. Alles zu leben. Als wäre es das erste oder vielleicht auch das letzte Mal. Sie lehren mich zu staunen. Immer wieder. Die Welt zu umarmen. Mit all ihren Möglichkeiten. All ihren Chancen. Nicht zu zerdenken. Nur zu machen. Und sich zu freuen, wenn es gut kommt. Ich gehe zur Schule. Jeden Tag. Und lerne von denen, die dem Leben mit Weisheit begegnen. Naemi Baptista, Mai 2024

Perspektiven neurodivergenter Elternschaft

Unabhängigkeit
 

Wenn man mich fragt, was mich persönlich die Diagnose unseres Kindes gekostet hat, dann ist es meine Unabhängigkeit. Ich habe tatsächlich seit ich denken kann, danach gestrebt unabhängig zu werden und sein zu können. Mein Leben so gestalten zu können wie ich es möchte, wie ich es für richtig halte und wie es mir gut tut. Mein Leben aus eigener Kraft, Kompetenz und Engagement lebenswert gestalten zu können. Ich habe dieses Ziel kompromisslos verfolgt. Jobs aufgegeben, Beziehungen beendet, eine Glaubensgemeinschaft verlassen, den Ort meiner Kindheit hinter mir gelassen. Alles, damit ich sein kann, wer ich bin. Und nun ertappe ich mich dabei, wie ich an einem Tag der für mich gerade nur scheisse läuft, wieder einmal meine Maske aufsetze. Die der bemühten, engagierten, pflegenden Mutter. Und wie ich heiter und zugewandt mit der Therapeutin meines Kindes darüber spreche, was die nächsten Schritte sind. Weil: niemand mag einen Griesgram. Niemand mag angeschnauzt werden. Niemand ist gerne die emotionale Müllhalde für andere. In diesem Falle: für meine Realität. Nein, das will niemand. Die Motivation aller Beteiligten ist wesentlich höher, je angenehmer die Zusammenarbeit mit mir ist. Da wird gerne ein weiteres Telefonat für uns gemacht, ein Bericht verfasst, zum abertausendensten Mal im Sinne der Inklusion Rücksicht genommen. Weil ich den Leuten ein gutes Gefühl gebe. Und meine Unabhängigkeit, meine Authentizität und meine Selbstachtung zum Teufel schicke. Damit mein Sohn eines Tages haben kann, was ich momentan mit grossem Schmerz für ihn opfere. Unabhängigkeit. Züri West hat es einmal so treffend formuliert: „Maske gits nume vo Tier. Und vo berüehmti Mönsche“. Und ich möchte gerne anfügen: “...und für pflegende Mütter.” Naemi Baptista, Juli 2024

Identitätsspektrum

All die ungesagten Worte
 

All die ungesagten Worte. Die Worte, die bleiben, obwohl sie eigentlich gehen sollten. Die Worte, die verharren, obwohl sie eigentlich in Bewegung setzen müssten. Die Worte, die versteinern, obwohl sie eigentlich davon schweben wollen. Sollen. Müssen. Wollen. All die ungesagten Worte. Die Worte, die möchten, wenn sie könnten. Die Worte, die sprächen, wenn sie dürften. Die Worte, die ausdrücken, wenn sie Raum bekämen. Können. Dürfen. Bekommen. All die ungesagten Worte. Die Worte, die ausbrechen, weil ich es ihnen zugestehe. Die Worte, die fliegen, weil ich mir den Raum nehme. Die Worte, so frei, weil ich darf. Ich. Ich und meine Worte. Manchmal leise. Manchmal laut. Manchmal nur in meinem Kopf. Manchmal aber. Manchmal im Raum. Weil ich kann. Weil ich darf. Weil meine Worte sind, wer ich bin. Ich. Naemi Baptista, November 2024

Perspektiven neurodivergenter Elternschaft

Brennglas
 

Autismus ist per Definition eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Ich mag das Wort «Störung» nicht. «Tiefgreifend» hingegen trifft es ganz gut. So tiefgreifend diese Diagnose im Innern ist, so tiefgreifend wirkt sie auch im Aussen. Autismus wurde zum Brennglas in meinem Leben. Jedes einfallende Licht führt zu einem Feuer. Und es gibt nur zwei Optionen. Entweder hält der beschienene Part meines Lebens den Temperaturen stand oder er wird ohne Gnade in Schutt und Asche gelegt. Nicht dass ich wirklich gross gefragt wurde, ob ich das möchte, aber zeitgleich mit der Diagnose meines Kindes und danach auch bei meiner eigenen, kriegte ich dieses Brennglas in die Hand gedrückt. Mit der Aufforderung, doch alle Bereiche unseres Lebens nochmals neu zu beleuchten. Um festzustellen, ob sie feuerfest sind. Nun, erstaunlich viele Dinge sind es nicht. Freundschaften: in allen Farben von Schwarz koloriert. Familiärer Rückhalt: abgefackelt. Eigene Energiereserven: ausgebrannt. Urvertrauen: Beissender Rauch, der sich bis in die tiefste Faser der Kleidung frisst. Identifikation mit dem Umfeld: eine weit entfernte Rauchsäule nach einem Grossbrand. Eine Ahnung davon, was dort mal da war. Ein Vulkanausbruch vom Feinsten. Eine Eruption aus dem Innersten. Aber irgendwie hat so ein Vulkanausbruch ja auch etwas Verheissendes. Neues Land entsteht. Und darauf angeblich unglaublich fruchtbare Erde. Momentan stehe ich im Ascheregen. Ich sehe zu, wie vieles, das ich mal hatte oder war, sich in Rauch auflöst und langsam auf mein Leben nieder rieselt. Ganz sachte. Während ich nach oben schaue. Atme. Beobachte. Und versuche nicht zu bewerten. In der Hoffnung, sehen zu können, was daraus werden kann, wenn ich das Vertrauen in die Verheissung aufbringen kann. Naemi Baptista, November 2023

Gefühlsspektrum

Nullpunkte
 

Man hat vermeintlich nur ein Leben. Aber vielleicht hat man viele. Man startet mit einem, lebt sein erstes Leben. Macht Fehler, biegt falsch ab, trifft Kopf- statt Herzensentscheidungen, lebt um zu lernen. Bis die eigene Lebenslinie auf Nullpunkte trifft und sich das eigene Leben ab diesen Momenten zuerst zu verdoppeln, danach zu verdreifachen, sich immer weiter zu vermehren scheint. Bei jedem weiteren Nullpunkt eine weitere parallele Gerade zur eigenen Geschichte dazukommt. Immer mehr Notenlinie und Tonhöhen dazustossen. Sich die eigene Melodie in ihrer Essenz immer mehr zu verdichten scheint. Die Grundmelodie, die Gerade des Ursprungs, unser Cantus firmus trifft auf Erlebnisse, Prägungen, unerwartete Wendungen und Menschen. Nullpunkte und davon ausgehende Parallelen, die uns verändern. Die getragene Melodie verändert sich. Sie bekommt Unter- und Obertöne, scheint unerwartet zu stoppen, wieder Anlauf zu holen, an Virtuosität zuzunehmen und wieder abzuklingen. Nullpunkte, die uns Erfahrungen und Möglichkeiten schenken, nicht nur mit den eigenen Fehlern leben zu lernen, sondern mit den Erfahrungen der Fehler starten zu können. Die Chance, es nochmals neu machen zu können. Und nicht nur die Geschichte unserer Fehler zu sein. Nullpunkte, die uns im Innersten prägen. Unsere Melodie bis ins Mark erschüttern. In uns die Frage aufwerfen, wer wir sind, wenn wir unsere Grundmelodie nicht mehr hören. Und wir die Erfahrung machen, wie wir überleben, wenn wir nicht von der Melodie, sondern nur noch von der fernen Erinnerung an diese getragen werden. Nullpunkte, an denen wir auf Menschen treffen, die uns für immer verändern. Die unseren Grundton ins Wanken bringen. Um zu prüfen, wie viel Virtuosität und Tempo in unserem eigenen Lied stecken könnte. Die unsere gleichmässige Äquidistanz in Frage stellen, das Spektrum unseres Ambitus bis zum Äussersten gehen lassen. Und dann Nullpunkte, die nur aus Stille bestehen. Die äolische Stille bevor der Sturm losbricht. Die alles verklingen lässt. Unsere Töne, unsere Melodie, unser Lied. Damit wir lernen die Stille nicht nur auszuhalten, sie nicht nur zu akzeptieren, sondern sie als unerlässlichen Kontrapunkt zu unserem Odem anzuerkennen. Wir lernen wie viel Kraft im vermeintlichen Nichts liegen kann und mit welch’ einer Wucht unsere Melodie uns danach überfluten kann. Erkennen, welche Stärke in Stille liegt, weil sich unser Lied ohne sie gar nicht zu erkennen gäbe. Sie aller Anfang und Ende unseres Liedes ist. Was ist, wenn man viele Leben hätte? Und diese nicht nacheinander kommen. Sondern von verschiedenen Punkten der Grundmelodie ausgehend zu beginnen scheinen. Sich nicht berühren, aber doch Konstanten nebeneinander bilden. Jede neue Gerade nur einen Bruchteil der Fehler der letzten in sich tragen könnte. Bis sich die parallelen Geraden treffen. Am Ende der Lebenslinie und am Anfang der Unendlichkeit. Sich als letztes die Coda zeigt. Sich all diese Nullpunkte zu zersetzen beginnen. Man sich auflöst, um ewig zu sein. Und unsere Melodie nachhallt, so wie das eintreffende Licht eines längst verglühten Sterns. Als verwobene Codetta mit der an den Nullpunkten veränderten Melodien der anderen. Den weiterglühenden Gestirnen, deren Geraden ihren Lauf noch nicht beendet oder erst gerade begonnen haben. Naemi Baptista, August 2024

Sehr lebendige und praxisnahe Darstellung des Themas. Interessante Innensicht und Ehrlichkeit.

KiS, 2024

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